Flo CantaVeloce V2


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System:                        3-Wege-Fronthorn/geschlossenes Gehäuse

Maße (HBT):               114x38x30 cm

Bestückung:                 Beyma, BMS

Range                           38Hz (GHP) –30000 Hz

Trennfrequenzen:         800 Hz/6200Hz

P max:                           150 Watt (RMS)

Sensibilität:                    93,5 dB

Impedanz:                       8 Ohm                             


Nach der Fertigstellung der CantaVeloceV1 wollte ich eigentlich ein kompaktes System mit einem  2"-Koaxtreiber, dem BMS 4590, aufbauen. Nun spielt dieser hinunter bis 300Hz und braucht zur sauberen Übertragung ein Kugelwellenhorn mit einem Durchmesser von mindestens  54cm. Als Bassfundament war ein 15-18"-Bass, hartaufgehängt, geplant. Diese Systeme sind riesig und für die meisten Wohn-/Musikstuben einfach zu groß.

Die Breite des Mittenhorns (38 cm) und das Volumen der Box (60Liter) bestimmten die Abmessungen dieses Systems.

Der äußerst druckvolle und saubere Bass wird vom Beyma 12B100/R im geschlossenen Gehäuse erzeugt. Ich entschied mich für diese Gehäuseform, da ich auch den Bass impulsorientiert an die Horntreiber anpassen wollte (ein Basshorn entfiel wegen seiner Größe aus besagten Gründen). In dieser Konfiguration spielt er bis 54Hz (-3dB). Für die Freunde des Tiefbasses lässt sich entweder ein Vorwiderstand (49Hz) oder ein Kondensator (39Hz) wahlweise zuschalten und das System arbeitet nach der GHP-Methode, die ich an anderer Stelle genauer beschrieben habe.

Die Mitten von 800 bis 6200Hz werden vom BMS 4550 präzise, schnell und hochauflösend dargestellt. Die untere Frequenz von 800Hz bestimmt die Breite des Tractrixhorn von 36cm. 

Der BMS 4550 lässt sich so entzerren, dass er bis 20000 Hz gerade spielt. Aber wegen seines starken kontinuierlichen Abfall um fast 10dB ab ca. 5500 Hz habe ich mich für einen weiteren Horntreiber, den BMS 4524, ab 6200Hz entschieden. Der "Buckel" von 1000 bis 5000 Hz beim  4550 wurde durch einen Saugkreis entfernt.

Der BMS 4524 ist eine Neuentdeckung und bei richtiger Entzerrung (hier mit einem Sperrkreis) spielt er bis in die höchsten Höhen feinzeichnend und filigran.

Das Terminal ist so aufgebaut, dass sich jedes einzelne Chassis auch aktiv ansteuern lässt:

In der Mitte befinden sich die Schalter für GHP und Vorwiderstand. Rechts daneben die Pegelsteller für Mitten und Höhen.


Die Messung bestätigte sofort meinen Eindruck.

Nachdem die Mitten und die Höhen an den Pegelstellern eingepegelt waren, konnten die Messungen über das gesamte Frequenzspektrum beginnen.

Gemessen "per Hand" mit geeichtem Mikrophon:

 

Die FFT-Analysen:

Frequenzschritte

      Gewobbelt:

       Weißes Rauschen:

      Rosa Rauschen:

     Das Ausschwingverhalten (Rauschimpulse):

 

 

 


Nun ist einige Zeit vergangen und die Canta Veloce V2 wurde von vielen als sehr gut erachtet. 

Auffallend war jedoch gerade in meinem kleinen Abhörraum die räumlichen Sprünge zwischen dem T 400 -Horn und dem T 1040-Horn. Die Trennung bei 6200 Hz zeigte sich sehr störend und schmälerte die Freude an der Perfektion der Musikwiedergabe. Besonders äußerte sich das bei Stücken mit hohem Stimmenanteil. Auch bei Orchesteraufnahmen  mit vielen Streichinstrumenten empfand ich (und andere) die Trennung von MT und HT bereits bei 6200 Hz als störend.

Also habe ich das Drei-Wege-System in ein Zwei + Eins-System umgebaut ! Das T 400- Horn sollte bis in die höchsten Höhen (20000 Hz spielen) und nur vom Hochton-Horn als Supertweeter, wenn überhaupt,  leicht unterstützt werden. Gesagt -getan, aber eine große Herausforderung stellt der  "abenteuerliche" Frequenzgang des BMS 4550 dar. Pegelsprünge von + 3dB und ca -10dB bei 6300 Hz sind bei einem Horntreiber (übrigens nicht nur bei diesem) völlig normal.

Nach langen Rechenoperationen und Simulationen konnte ich das Problem mit einem Saug- und einem Sperrkreis lösen.

 

Die Arbeit hat sich gelohnt. Nun bläst das Horn ab 800 Hz jedes "Musikmaterial" mit einer Leichtigkeit bis in die höchsten Höhen hinaus. Bis auf die tiefsten Bässe erscheinen alle Instrumente punktgenau aus einer Quelle und mir wurde wieder bewusst, was die gerade bei Breitbändern viel zitierte Punktschallquelle bedeutet. Der eingesetzte Supertweeter erscheint fast überflüssig, verwöhnt das Ohr aber im oberen Hörbereich mit seinem seidigen, feinzeichnenden Glanz.


09.12.2008

Nun habe ich mir die Canta Veloce V2 noch einmal vorgenommen. Der Grund ist der, dass viele meiner Besucher ihr nicht die Note "sehr gut" gegeben haben. Das Potenzial der eingesetzten Komponenten war in der Tat nicht voll genutzt. Also habe ich mein Weichenkonzept noch einmal überarbeitet. Die Schalter für GHPund Vorwiderstand habe ich entfernt, da ich nun wirklich einen rein impulsorientierten Bass haben wollte. 

Also habe ich Bass und Horn noch einmal einzeln gemessen. Der Bass zeigte eine kleine Erhöhung im Übernahmebereich. Eine 18db-Weiche mit einer kleinen Abschwächung des Pegels bei 600-800Hz brachte die Verbesserung des Grundtonbereiches. Problematisch zeigte sich aber wieder die Entzerrung des Horntreibers. Der Starke Abfall von 10dB bei 6200 Hz und eine Überhöhung zwischen 1500 und 4200 Hz von ca. 5dB stellten eine echte Herausforderung an das Filterdesign dar. Nach Einbau der berechneten Werte des Filters erfolgte eine neue Messung, die nur noch leichte Korrekturen notwendig machten.

Hier nun das verbesserte Weichenkonzept (die Werte können bei mir erfragt werden):

Galerie:

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