Flo 40 - ihr Name sei: 


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"BB-deux"


Ein Zweiwegelautsprecher ohne Weiche?

Ein System das vollkommen ohne Filter spielt und möglichst das gesamte Frequenzspektrum ohne Korrekturen abdeckt?

Ja es ist fast möglich! Lediglich die oberen Höhen ab 15 kHz werden durch ein kleines Fronthorn, abgetrennt durch einen Kondensator (6dB/Okt.), unterstützt.

Durch die filterlose Verschaltung der zwei Chassis ergibt sich eine sehr impulstreue, impulsfeste und "unverwaschene" Darstellung des reproduzierten Signals. Die Wiedergabe wird analytischer, da die Chassis am Ausgang des Verstärkers kleben (der Qts des Chassis bleibt erhalten).

Die Idee

Man nehme zwei Breitbandchassis, verbanne das kleinere Chassis in ein geschlossenes Gehäuse

 

und das andere in ein Fronthorn.

Man erkennt, dass der rein über die Membran nach außen strahlende Breitbänder sich im geschlossenen Gehäuse oberhalb seiner Resonanzfrequenz selbst begrenzt. Beim hier eingesetzten FE 126E ist der Abfall bei ca. 300 Hz mit 6dB/Okt. zu erkennen. Und genau bis zu dieser "Trennfrequenz" verrichtet der größere der beiden Breitbänder seine präzise Arbeit im Fronthorn. Wichtig dabei ist, dass die Vorkammer des Fronthorns so berechnet ist, dass das Horn wie ein Tiefpass wirkt (den Kennern brauche ich an dieser Stelle die Vorzüge eines Fronthorns nicht zu erklären). Um eine akzeptable Tiefenwiedergabe zu erreichen, muss sowohl die Freiluftresonanz des Chassis klein als auch das Horn entsprechend lang sein.

Beide Chassis sollten in etwa den gleichen Schalldruck (SPL) erzeugen.

Beide Chassis habe ich zur genauen Pegelanpassung über einen Pegelsteller geschaltet.

Durch die Parallelschaltung der beiden 8 Ohm-Chassis (und des Superhochtöners) ergibt sich im Mittel eine Impedanz von 4 Ohm.

Zu erkennen ist, dass die Impedanz bei ca 5kHz ansteigt. Durch die Unterstützung des Systems mit dem Hochtonhorn ergibt sich eine annähernde Linearisierung des Impedanzverlaufes (siehe blaue Kurve!)

Die Konstruktion

Wie schon anfangs beschrieben, strahlt der im Boden der Box eingebaute "Tiefton-Breitbänder" in ein Fronthorn, welches unterhalb des kleineren Breitbänders in der Frontplatte endet.

                

Der Aufbau

Trotz vieler Vorüberlegungen, Berechnungen und Simulationen kann man das Gelingen niemals vorher sehen. Gerade bei dieser exotischen Konstruktion hatte ich keinen Mut den Lautsprecher aus edlem Holze zu bauen. Das gewählte Material ist MDF und da das Auge mithört, habe ich der grau-braunen Optik etwas weiße Farbe spendiert.

Die Verkabelung des Lautsprechers erfolgte nach folgendem Prinzip:

Es empfiehlt sich als Anschlussterminal ein Bi-amping-Terminal einzusetzen, sodass auch der Betrieb mit zwei Verstärkern -in diesem Fall ohne elektronische Frequenzweiche- möglich ist. Auf die Pegelsteller -bis auf den des Hochtonhorns- kann in dieser Anordnung verzichtet werden. 

Dämmung und Dämpfung

Hier spielt der kleine Breitbänder ungedämpft in seinem geschlossenen Gehäuse. Die Dämmung besteht aus einer dünnen, hochverdichteten Wolle; alle Gehäuseresonanzen und stehende Wellen sind offenbar weitestgehend unterdrückt.

Auch die Rückkammer des Basshorns ist so gedämmt. Die Vorkammer ist mit Noppenschaum ausgeschlagen, was sich im Nachhinein als Fehler heraus stellte. Hier wäre für eine trockenere Basswiedergabe eine feste Wolle die bessere Lösung gewesen. Das werde ich noch ändern.

Der erste Testlauf und nachfolgende Korrekturen 

Voller Freude über die schnelle Fertigung des Gehäuses hing ich meine Röhre an die Boxen und legte eine CD ein.

Die Box spielte natürlich sofort, da der elektrische Aufbau ein Kinderspiel ist. Und jeder der schon einmal an einem Lötkolben gerochen hat, sollte mit der Verkabelung kein Problem haben.

Nach einem längeren Spiel mit den Pegelstellern begeisterte mich der kleine Breitbänder sofort und sicherlich ist der FE126E nicht der letzte den ich in diesem kleinen geschlossenen Gehäuse testen werde.

Der Bass enttäuschte mich ein wenig, er klang mir zu topfig - zu hohl. Auch war die Überlappung der Übergangsfrequenzen zu groß, was mich aber keinesfalls davon abhielt an dem System zu zweifeln.

Die Lösung war recht einfach: durch dosiertes Stopfen sowohl am Hornhals, als auch etwas oberhalb des Hornmundes wurden höhere Frequenzen im "Übergangsbereich" gedämpft. Ebenfalls wurde der Bass trocken und präzise.

Als sehr angenehm empfand ich sofort den kleinen Breitbänder ohne phasen- und laufzeitverändernde Bauelemente. Er "klebte" förmlich am Ausgang der Röhrenendstufe. Dieses war deutlich bei Stimmen, Streich- und Blasinstrumenten zu hören.

Der Klangeindruck

Diesmal möchte ich mich nicht auf's Glatteis begeben und meine Künste selbst in den Himmel heben, doch einen Eindruck möchte ich nicht verheimlichen:

Wow!


Ein paar Daten

Masse (HBT): 120cm x 24cm x 36cm

SPL: 92 dB

Amplitudenfrequenzgang: ca. 47 - 20000Hz

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