Flo B6  - ein Fundament für  Breitbänder oder  Fronthörner


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Bei der Entwicklung eines brauchbaren FAST-Systems stieß ich immer auf die Problematik des schnellen und präzisen Basses. So haben sich im Laufe der Zeit so einige Bassfundamente, die ich mit Breitbändern oder Fronthörner kombinierte, angesammelt. Als Bassfundament habe ich so ziemlich alle machbare und "wohnzimmertaugliche" Konstrukte, wie hart- oder weichaufgehängte Chassis im Bassreflexgehäuse, antriebsstarke Basschassis im geschlossenen Gehäuse, kurze Bass-Fronthörner und auch rückseitig geladene Basshörner getestet (Bass-Fronthörner habe ich wegen ihrer Größe nicht realisiert, obwohl ich sie in Ihren Verhalten zur "Königsklasse" zähle):

     

           

Kombiniert habe ich die Bässe mit diversen Hörnern und Breitbändern, die mit der Zeit in ihrer optischen und akustischen Güte reiften.  

Was lag also näher als ein Modulsystem zu konzipieren, bei dem sowohl der Bass als auch der Aufsatz beliebig getauscht werden kann. Von den High-End-Kennern weiß ich, dass sich einige zwei (oder mehrere) Boxenpaare gönnen, weil sie je nach Musik und Stimmung entweder die Breitbänder oder Ihre Fronthörner hören möchten.


Bei der "Flo B6" habe ich mich für ein backloaded Horn (ein Fronthorn entfiel wegen der Größe) entschieden, da es für mich nach wie vor den schönsten Bass reproduziert. Wer jemals einen dynamischen Hornbass gehört hat, weiß wovon ich spreche. Damit es recht klein bleibt, habe ich mich für ein kräftiges 20er Chassis entschieden, welches das 160cm lange Horn ausreichend lädt:

Getrennt habe ich mit 12dB/Oct. bei 400 Hz, so dass jeder kleine und schnelle Breitbänder oder z.B. der BMS 4592 ND im Fronthorn betrieben werden kann:

 

Die Simulation mit Weiche:

 

Die Messung mit einem geeichten Messmikrofon in diskreten Schritten bestätigte meinen ersten Eindruck: 

Nach einigen Hörsessions, als Ergänzung diente ein FE 126 E im geschlossenen 2-Liter-Gehäuse, war bei bestimmten Stücken ein leichtes Dröhnen zu vernehmen, welches ich durch weitere Versteifungen des Horngehäuses mittels Längs- und Querverstrebungen eliminieren konnte. Außerdem hat dieses "downfired" Horn noch keinen Sockel, so dass es direkt auf den Boden bläst und Gehäuseschwingungen auf den Boden überträgt.

Dennoch überzeugte mich sein Klang direkt und der Bass kommt so wie ich es mir wünsche:

- sauber und schnell bis hinunter nach 42 Hz

- ohne Nachschwingen und Dröhnen

- trocken und knackig, aber nicht zu "staubig" 

(dieses lässt sich durch  dosiertes Stopfen noch an den Geschmack anpassen)

- mit einer hohen Impulstreue, auch bei großen Pegeln


Ein paar Daten:

Backloaded Horn, downfired

Außenmaße (HBT): 120cm x 34cm x 35cm

Hornlänge: 160 cm

Hornmund: 900 qcm

fc: 42 Hz

Z: 8 Ohm

SPL:  92 dB

Korpus: MDF, Birke, Kirsch, Buche, Fichte


  

  


Nach dem Besuch eines Hornfans war ich ohne Basschassis Ciare HW 204 - er wollte sie unbedingt haben ! Bei der Neubeschaffung musste ich realisieren, dass der Ciare HW 204 nicht mehr gebaut wird. Auch gebraucht war keines mehr aufzutreiben.

Die Suche nach einem brauchbaren  Ersatzchassis erwies sich als schwierig, da nur wenige Hersteller sehr antriebsstarke und horngeeignete Chassis mit einem Qts < 0,3, einem SPL von > 90 dB und einer Resonanzfrequenz von < 40 Hz produzieren. Ich fand den Fostex FE 208 N und den Monacor SPH - 210, die von den Parametern für die Flo B6 geeignet schienen.

Die Simulation bestätigte meine Vermutung:

Simulation Fostex FE 208 N in Flo B6

Simulation Monacor SPH - 210 in Flo B6

Da nun eine Simulation nicht die komplette Charakteristik eines Lautsprechers zeigt und auch nicht gleich jedes simulierte Chassis zur Hand ist, durchsuchte ich mein Lager und fand noch einen 20er, nämlich den Fostex FE 206 E.

Kann denn ein Breitbänder ein Basschassis ersetzen ? Warum nicht !

Jedenfalls stimmten die Parameter für die B6, und der recht hohe Druck des  FE 206 E von SPL=96 dB, seine Resonanzfrequenz von 39 Hz und sein Qts von 0,18 !! ließen eigentlich nur Gutes hoffen. 

Die Simulation war hervorragend:

Simulation Fostex FE 206 E in Flo B6

Also wurden die FE 206 E schnellstens und voller Erwartung eingebaut. Am Tiefpassfilters des Basshorns habe ich nichts verändert.

 

Das erste Probehören betätigte die Simulation.

Da spielte der Bass wieder wie ich ihn liebe: schnell, tief, nicht dröhnend oder wummernd, hochauflösend, impulsfest, trocken und warm !

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Spontan kam ich auf die Idee, dass der FE 206 E doch auch als Fullrangedriver in der B6 eine gute Figur abgeben muss. Dafür habe ich eine kleine Schaltung entwickelt, mit der sich mittels Umschalter dass Basshorn zum Fullrange-Horn umschalten lässt. Hier das Prinzipschaltbild:

Diese Schaltung habe ich noch nicht getestet, auch habe ich das Horn als Fullrange-Horn noch nicht gemessen. 

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