Flo B8  -  Ein Mini-BL-Horn für den 

Fostex FW 168 N


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Auf der Suche nach einem guten und horngeeigneten Bass stieß ich irgendwann auch auf den Fostex FW 168 N. Diesen testete ich zuerst in einem geschlossenen Gehäuse.

Der Bass dieses Chassis begeistere mich und aufgrund seiner sehr horngeeigneten Parameter wollte ich ihn in ein BL-Horn verbannen, das auch im kleinsten Wohnzimmer platz findet.

Um das Rad nicht neu zu erfinden, simulierte ich den Bass in dem Gehäuse BK 161, das damals für den Fostex FP 163 - Breitbänder entwickelt wurde. Die Simulation mit dem FW 168 N in diesem Gehäuse war aber nicht wirklich überzeugend,

und verlangte nach einer Optimierung speziell für den FW 168 N:

Die Simulation ergab einen horntypischen Frequenzgang bis hinunter zu ca. 42 Hz (-3dB). 

Nach vielen Stunden des "Faltens" ergab sich eine kleine Basskiste mit den Maßen (HBT) von 70cm x 30cm x 32cm.

 

Das Gehäuse habe ich so konzipiert, dass es mit Materialien aus jedem Baumarkt auch von handwerklich nicht so begabten Händen hergestellt werden kann. Alle Bretter/Teiler sind ohne Einfräsung verleimt. Ein wenig Spachtel glättet die Klebestellen: 

 

Ich entschied mich für eine Version aus MDF, lackiert und mit Wangen aus kirschgebeizten  Birkenmultiplexplatten, die der Box ein edles Outfit verleihen.

    

Der Aufbau ist unkompliziert und die wenigen Gehrungsschnitte lassen sich auch mit der Schleifmaschine herstellen. Ein wenig mehr Leim und Spachtel ersetzen die nicht vorhandenen Maschinen oder das handwerkliche Können.

Nach der Konzeption der Weiche (TP 800 Hz mit 18dB/Octave), die am Ende des Hornmundes ihren Platz findet,

erfolgten die Messungen:

Frequenzgang über Weiche 18dB/Oct., gemessen mit weißem Rauschen

 

Frequenzgang über Weiche 18dB/Oct, mit Sinus gewobbelt

 

Frequenzgang über Weiche 18dB/Oct., gemessen mit diskreten Frequenzen

 

Ermittlung des -3dB-Punktes zur Bestimmung der unteren Grenzfrequenz: 40 Hz

 

Impedanzverlauf (mit Weiche, simuliert)

 

Fazit: das Horn wurde korrekt simuliert und benötigt kein Korrekturglied !

Einschränkend sei gesagt, dass alle Messungen in einem kleinen Raum durchgeführt wurden, der weit von den Eigenschaften eines akustisch geeigneten, reflexionsarmen Messraumes entfernt ist.


In Ermangelung eines noch nicht hergestellten Fronthorns habe ich für den ersten Höreindruck das Fostex FE 126 E-Chassis im geschlossenen Gehäuse eingesetzt:

  

und bei 800 Hz mit 18dB/Oct. getrennt. Die Simulationen und Messungen wurden durch meinen Höreindruck bereits bei der ersten CD bestätigt:

Impulsfestigkeit, Pegelfestigkeit, analytische Zeichnung auch des unteren Bassbereiches, Dynamik, kraftvolle Ladung des Horns sowohl beim Cello als auch bei der Pauke, ohne dass die leichte Papiermembran des FW 168N sich erkennbar bewegt.


Sehr gespannt bin ich auf die Fertigstellung meines neuen Flo T 400 Tractrixhorn in Kirschholz, dessen Durchmesser der Breite des Basshorns entsprechen wird und das System vervollständigen soll ........ :


...........nun ist es soweit: das neue T 400II - Horn ist fertig:

  

Die Weiche und Entzerrung für den Horntreiber fand Platz im Stativ des Fronthorns:

Der Aufbau besteht aus recht preiswerten Bauelementen, wie Keramik- Widerständen und glatten Kondensatoren, die aber durch hochwertige ersetzt werden sollten. Zur Pegelanpassung des Horns an den Bass habe ich zusätzlich einen Pegelsteller eingebaut, dessen Regelbereich noch durch einen Spannungsteiler angepasst wurde.

Bei den Messungen stellte sich heraus, dass die Trennung bei 800 Hz zu niedrig gewählt war und der gewählte Treiber und das Front-Horn an Grenzen stießen.

Die neue Trennung bei 1400 Hz (mit 12dB/Oct. im Bass und 18 dB/Oct. Fronthorn) brachte die gewünschten Ergebnisse.

Hier der Frequenzgang und die Sprungantwort des gesamten Systems:

in diskreten Frequenzsprüngen

gewobbelt

gemessen mit weißem Rauschen

Sprungantwort des gesamten Systems


Eine abschließende Klangbeschreibung möchte ich erst nach mehreren "Konzerten" mit Freunden abgeben. Ich hoffe, dass mein überhaus positiver Eindruck bestätigt wird.

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