Die Horntheorie

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Über die ist nun schon wirklich viel geschrieben und philosophiert worden und der geneigte Leser findet hierzu in der einschlägigen Literatur viel Lesestoff. Deshalb möchte ich mich auf ein paar wesentliche Aussagen und Erkenntnisse beschränken:  

Hörner können so gut klingen, dass sie süchtig machen

Vor allem große Hörner faszinieren durch die Mühelosigkeit, mit der sie jedwedes Musikprogramm "aus dem Ärmel schütteln". die explosive Dynamik, die sie zu entfalten in der Lage sind. die als völlig verzerrungsfrei empfundene Basswiedergabe eine räumliche Abbildung, die - wenn nötig - das Musikgeschehen lebendig vor die Boxen stellt, anstatt irgendwo hinter den Lautsprechern schüchtern erklingen zu lassen. den Körper, den der Klang bekommt. Man spürt - und das schon bei kleinen Lautstärken - die Luft zwischen den Lautsprechern vibrieren. ihr empfindliches Ansprechen, das es ermöglicht, schon bei Zimmerlautstärke die Musik mit allen Details zu genießen. Es ist keine Mindestleistung erforderlich, ab der "die Box geht" die geringe Anforderung an das Leistungsprofil eines Verstärkers. Für den normalen Betrieb reichen Milliwatt. Deshalb sind Hornlautsprecher ideale Partner für die zum Teil leitungsschwachen Röhrenverstärker. 

Zur Erzielung eines bestimmten Schalldrucks muss die Membran eines Hornsystems deutlich kleinere Auslenkungen ausführen, wie die eines direkt abstrahlenden Schallwandlers.  

Besseres Impulsverhalten  

"Der hohe Wirkungsgrad von Hornlautsprechern ermöglicht wegen der geringeren Leistung, die zur Erzielung einer bestimmten Lautstärke erforderlich ist, eine Schwingspule mit dünnerem Draht. Das hat dreierlei zur Folge: Wenn eine kleinere Masse beschleunigt werden muss, verbessert sich das Impulsverhalten und der Wirkungsgrad eines Lautsprechers. Der Spalt des Magnetfeldes kann enger gemacht werden, wodurch das Magnetfeld stärker wird und deshalb der Wirkungsgrad und Impulsverhalten nochmals verbessert werden. Wenn der Draht dünner ist, befinden sich mehr Windungen der Spule im Magnetfeld, also der Antrieb verstärkt wird, was wiederum Wirkungsgrad und Impulsverhalten verbessert.“ (RSL-Horn)  

„Hörner sind das physikalisch natürlichste Konzept zur Schallwiedergabe. Ihre Funktionsweise hat auch heute noch unbestrittene Vorteile gegenüber anderen Lautsprechersystemen.

  Das Horn als akustisches Prinzip finden wir überall in unserem Alltag. So funktioniert unser Ohr genauso nach dem Hornprinzip wie das Amphitheater der Antike. Und wenn Sie Ihre Hände trichterförmig vor den Mund halten, und laut rufen, nutzen Sie ebenfalls das Hornprinzip.

Hörnern wird gerne unterstellt, sie wären ausschließlich zur Erzeugung hoher Lautstärken geeignet. Das Hornprinzip hat aber ebenso audiophile Vorzüge, die bei konsequenter Umsetzung nicht nur das Niveau konventioneller Systeme erreichen, sondern sogar übertreffen.
Vergleicht man den Membranhub eines "hornlosen" mit dem eines hinter einem Horn montierten Lautsprechers, beobachtet man beim horngeladenen Lautsprecher einen deutlich reduzierten Membranhub bei gleicher Lautstärke. Durch die stark reduzierten Membranbewegung kommt die Membran schneller ans Ziel und auch schneller wieder zur Ruhe. Verzerrungen und Dynamikkompressionen werden so nahezu eliminiert und auch komplexeste Musikpassagen werden fehlerfrei aufgelöst.

Trotz der genannten Vorzüge wird das Hornprinzip nur selten in der Praxis angewendet. Der große Aufwand und die damit verbundenen Kosten mögen ein Grund hierfür sein. Die funktionsfähige Umsetzung der Theorie in die Praxis stellt jedoch meist das Haupthindernis dar. Stellen Sie sich einen Hornlautsprecher einfach als Vergrößerungsglas vor: alles ist wesentlich besser sichtbar, das Schöne wie das weniger Schöne. Fehler bei der Konzeption und Entwicklung eines Hornlautsprechers werden somit schonungslos offenbart. „ (Avantgarde-acoustic)

Viel nachzulesen gibt es bei:

„Alles über Lautsprecher“,                              Hartmut Oberhoff,                Karamanolis Verlag

„Lautsprechergehäuse-Baubuch“,                   Hans-Herbert-Klinger,            Franzis-Verlag

„Lautsprecher und Lautsprechergehäuse “,    Hans-Herbert-Klinger,            Franzis-Verlag